BLUTEGEL-BEHANDLUNG

Seit wann gibt es die Blutegel-Therapie?

 

In Keilschriften der Babylonier und in archäologischen Funden aus der 18. Dynastie (1567 - 1308 v.Chr.) in Ägypten finden sich Nachweise für ihre Anwendung.

Auch Azteken und die Indianer Nordamerikas setzten Blutegel medizinisch ein.

Ab dem 5.Jahrhundert v.Chr. wurden in Indien Blutegel gezüchtet und als wichtiges therapeutisches Instrument eingesetzt.

In den folgenden Jahrhunderten wurde immer wieder über therapeutisch eingesetzte Blutegel berichtet.

Sie wurden schon damals bei den verschiedensten Krankheiten eingesetzt.

Als wichtiges Heilverfahren wurde die Blutegel-Therapie ganz selbstverständlich angewandt, sie gehörte zum allgemeinen medizinischen Wissen.

 

Mit dem Beginn der modernen Medizin am Ende des 19.Jahrhunderts ging die Blütezeit der Blutegel-Therapie zu Ende.

Dennoch wurde viel mit Blutegeln geforscht.

Man entdeckte, dass Egel örtlich blutgerinnungshemmend, lymphstrombeschleunigend, abwehrsteigernd sowie gefäßkrampflösend wirken.

 

Die allgemeine Wirkweise ist entlastend, entzündungshemmend, krampflösend, beruhigend, abwehrstärkend.

 

Bis heute ist das Sekret des Egels noch nicht vollständig erforscht.

 

In der zweiten Hälfte des 20.Jahrhunderts wurden immer mehr Artikel über die erfolgreiche Therapie mit Blutegeln veröffentlicht.

Insbesondere erregten Veröffentlichungen über die erfolgreiche Anwendung von Blutegeln, bei der Behandlung von venösen Stauungszuständen bei wieder angenähten Fingern und Zehen, das Interesse.

 


 

Wann wird die Blutegel-Therapie angewandt?

  • bei Muskelschmerzen, Arthrose, Rheuma
  • Nervenschmerzen, Wirbelsäulen-Schmerzen, Bandscheibenvorfällen
  • Verstauchungen, Zerrungen, Prellungen, Blutergüssen, Muskelfaserrissen
  • auch Narbenschmerzen gehören zum Indikationsgebiet.

Wann dürfen keine Egel angesetzt werden:

  • bei einer Störung der Blutgerinnung (angeboren oder durch Medikamente verursacht)
  • bei ausgeprägter Anämie (Blutarmut)
  • ein Egel darf nicht auf schlecht durchblutete oder krankhaft veränderte Haut aufgesetzt werden (Infektionsrisiko)
  • bei Allergie gegen das Sekret des Egels
  • bei sehr schlechtem Allgemeinzustand

 

Nebenwirkungen:

  • neben dem Nachbluten - das ja erwünscht ist, tritt einige Zeit (2-48 Std.) nach der Behandlung um die Bissstelle eine Rötung auf, die mit Juckreiz und einer leichten Schwellung verbunden ist (vergleichbar mit einem Mückenstich) Der Juckreiz kann dazu führen, dass der Patient sich kratzt. Dadurch entseht die Gefahr einer Wundinfektion. Es besteht aber die Möglichkeit, durch Auftragen von juckreizstillenden Produkten, dieses Problem zu entschärfen.
  • um die Bissstellen können sich Blutergüsse bilden. Diese sind jedoch harmlos und verschwinden nach einigen Tagen von selbst.
  • Als seltene Nebenwirkung treten verstärkte oder verlängerte Nachblutungen auf.
  • auch selten wurde über allergische Reaktionen auf das Egel-Sekret berichtet.

 

Obwohl die Blutegel-Therapie in der Naturheilkunde nie ganz verschwunden war, ist sie bis Dato in der wissenschaftlichen Medizin nicht anerkannt.